Papstbrief Amoris Laetitia

Papst plädiert für mehr Selbstverantwortung

Mit dem fast 200 Seiten umfassenden Papstbrief zu den Freuden der Liebe bezieht Papst Franziskus Stellung zu zentralen Fragen der Familie, Ehe und Partnerschaft. An Stelle rigider Verbote und Regeln setzt der Papst darauf, dass die Kirche sich künftig stärker als Ratgeber und Begleiter in schwierigen Lebenslagen versteht. Nicht Generalisierungen, sondern die Betrachtung der jeweiligen Lebensumstände und die Situation des Einzelnen seien in den Vordergrund zu stellen.

Der Papst spricht sich zudem dafür aus, die Ehe nicht zu idealisien, sondern zu berücksichtigen, dass sich Beziehungen im Laufe der Jahre verändern. Zu dem viele Katholiken bewegenden Thema der Sakramentengabe für wieder verheiratete Geschiedene legt sich der Papst nicht fest, lässt aber Raum für Interpretationen zu, dass die Kirche diesbezüglich neue Wege beschreiten kann. Von entscheidender Bedeutung aber dürfte sein, dass der Papst auf die Bedeutung der Arbeit in den Bistümern und ihre Rolle bei der Interpretation seines Dokumentes verweist. Es liegt demnach an den Bistümern den Papstbrief mit Leben zu erfüllen.